Enuresis: Ursachen

Einnässen galt lange als psychischer Hilferuf des Kindes. So wird Einnässen inzwischen eher oft Genetik, Hormonfehlerregulation und weiteren körperlichen (z.B. Blasenentzündung, Muskelschwäche) Ursachen begründet.

Bei der primären Enuresis wird von einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung des Kindes ausgegangen. Diese Form tritt familiär gehäuft auf. Eine wichtige Rolle spielt dabei das antidiuretische Hormon (Vasopressin), das den Wasserhaushalt im Körper steuert und so auf die Blasenfüllung wirkt. Dieses Hormon wird normalerweise von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) in einem tageszeitlichen abhängigen Rhythmus ausgeschieden, welcher dafür Sorge trägt, das nachts die Blase sich weniger füllt. Diese hormonelle Regulation kann bei der primären Enuresis gestört sein. Auch das Zusammenspiel zwischen Kontrolle der Blase und der Schlaftiefe ist dabei noch unterentwickelt. Psychische Probleme werden bei der primären Enuresis eher als eine Folge der Störung betrachtet - nicht als die Ursache.

Bei der sekundären Enuresis spielen wahrscheinlich psychische Ursachen die Hauptrolle. Einnässen kann ein unbewusstes Signal sein: "Etwas stimmt nicht". Nässt ein Kind wieder ein, nachdem es lange trocken war, lassen sich oft unerwartete Veränderungen im Leben des Kindes feststellen, welche es verunsichern. Dies kann beispielsweise die Geburt eines Geschwisterkindes sein, der Verlust eines Familienmitgliedes oder Haustieres, langanhaltende Streitigkeiten in der Familie, ein Trennungserlebnis oder ein „simpler“ Umzug.

Das Einnässen tagsüber weist ebenfalls oft (nicht immer!) auf ein seelisches Problem hin. Möglicherweise bestehen weitere psychische Störungen oder Auffälligkeiten im verhalten des Kindes. Dabei muss unbedingt beachtet werden, das besonders hinter der Enuresis diurna viele organische Ursachen stecken können, die unbedingt ausgeschlossen werden müssen.

Die häufigste körperliche Ursache für Einnässen während des Tages ist eine einfache Entzündung der Harnwege. Selten können aber auch Epilepsie, Diabetes, neurologische Störungen (z.B. ADHS) oder anatomischen Fehlbildungen der Harnwege der Enuresis diurna zugrunde liegen.

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Junge: 4-8 Jahre

Junge: 8-15 Jahre

Mädchen: 4-8 Jahre

Mädchen: 8-15 Jahre

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