Einnässen als Konsequenz aus der Scheidung der Eltern

Enuresis (Einnässen am Tag oder Nacht) ist eine häufige Begleiterscheinung bei Kindern, dessen Eltern sich gerade in der Trennungsphase befinden, oder soch bereits getrennt haben. Kinder stehen hier vor einigen großen Fragen, die sie nicht beantworten wollen oder es gar nicht können. Sie lauten z.B.:

  • Zu wem komme oder gehe ich?
  • Hat Mama / Papa mich trotzdem lieb, wenn ich zu Mama / Papa gehe oder komme?
  • Bin ich Schuld an der Trennung?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • War ich böse?
  • Bleibe ich in der gleichen Schule?

Dieses Einnässen kann durchaus als Hilfeschrei des Kindes verstanden werden. Der seelische Druck, welcher auf das Scheidungskind wirkt ist enorm groß.

Eine körperliche Ursache kann im Prinzip ausgeschlossen werden – obwohl es trotzdem geprüft werden sollte! Einfach um ganz sicher zu gehen. Doch sicher ist, dass diese Form der Enuresis nicht medikamentös behandelt werden kann. Denn die Ursache ist nicht körperlicher Natur, sondern ein seelisches Chaos mit ungewisser Zukunft.

Es wird in diesem Fall auch nicht ausreichen dem Kind die Sachlage zu erklären. Gefühlsregungen lassen sich durch „Erklärungen“ nicht in den Griff bekommen.

Im Scheidungsfall spielt auch das Alter oder der Entwicklungsstand des Kindes /des Jugendlichen eine untergeordnete Rolle. Die o.g. Fragen bleiben trotz aller Erklärungs- und Beruhigungsversuche Seitens der Eltern bestehen.

Unsicherheit ist jetzt das letzte was ein Scheidungskind braucht. Machen Sie deshalb keine Versprechungen, bei denen schon vorher klar ist, dass der Ausgang ungewiss ist. Geben Sie dem Kind Sicherheit durch Struktur und Rückhalt.

Häufig haben Scheidungskinder auch einen Leistungsabfall in der Schule. Lassen Sie die Lehrkräfte über die Situation ihres Kindes nicht im Unklaren. Das Ausschweigen führt zu einer weiteren Verschärfung der Gesamtsituation durch den Unsicherheitsfaktor Schule.

Sollte ihr Kind sogar am Tage in der Schule einnässen, empfiehlt es sich das Kind zu Hause zu lassen und in der Schule als Krank zu melden. Auch ist dies ein sicheres Zeichen für enorme innere Anspannung, die weder Sie noch ihr Kind meistern werden. Suchen Sie sich von außen Hilfe. Z.B.: durch einen Kinderpsychologen.

Die Inanspruchnahme von Hilfe ist keine Schwäche und kein elterliches Versagen. Viel mehr ist es die Lösung für Probleme, welche aus der Situation heraus entstanden sind und für die folglich keiner etwas kann. Nehmen Sie und ihr Kind Hilfe von Außen in Anspruch, wenn sie merken "jetzt kriege ich es nicht mehr alleine hin". Und besser ist, wenn Sie sich frühzeitig unterstützen lassen.

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Junge: 4-8 Jahre

Junge: 8-15 Jahre

Mädchen: 4-8 Jahre

Mädchen: 8-15 Jahre

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