Möglichkeiten um mit dem Einnässen / Einkoten umzugehen

Einfach abwarten – Kann auch eine Lösung sein

Viele Eltern haben eine grundlegend falsche Vorstellung von einem Arztbesuch. Sie erwarten nämlich, dass nach dem Besuch beim Kinderarzt, oder in der Kinderurologie das Bettnässen, bzw. das Einnässen praktisch sofort aufhört.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Vor allem wird es dann kompliziert, wenn man keine körperliche Ursache feststellen konnte, und man als Eltern nach dem Arztbesuch praktisch „mit leeren Händen“ dasteht. Der erste Gedanke der dann oftmals kommt, ist die Befürchtung einer psychischen Ursache.

 

Eine psychische Ursache kann sein:

  • Die Geburt eines Geschwisterkindes
  • Neue Schule
  • Schwierigkeiten mit Lehrern oder Mitschülern
  • Umzug (neue Wohnung; neue Umgebung)
  • Streit unter den Eltern
  • Scheidung der Eltern
  • Und so weiter

 

Es handelt sich also immer um eine extreme Gefühlslage, die Eltern nicht immer verstehen oder nachvollziehen können (müssen).

Aber spätestens nach dem Besuch bei einem Kinderpsychologen kommt heraus, dass das Bettnässen, oder Einnässen des Kindes keine psychische Ursache hat.

Aber was kann man dann noch machen? Liegt es an den Eltern? Haben sie einen Erziehungsfehler gemacht? Oder vielleicht sogar mehrere? Brauchen Sie eine Erziehungsberatung? Oder doch lieber gleich eine Familientherapie?

 

Enuresis ohne erkennbare Ursache

Wo nichts ist, da kann man auch nichts besser machen. Und manchmal machen Kinder ins Bett, oder ins Höschen, ohne das es irgendeine erkennbare Ursache dafür gibt. Auch die betroffenen Kinder selbst können auf die Frage nach dem „Warum?“ nicht beantworten. Und dann muss man sich als Eltern damit zufrieden geben, dass eigentlich überhaupt nichts los ist.

Enuresis wächst sich für gewöhnlich aus, wenn keine andere Ursache gefunden werden kann. Und genau das ist sehr oft der Fall. Und es liegen hier weder Fehler in der Erziehung vor, noch psychische Probleme. Manchmal dauert es etwas länger.

Insgesamt betrachtet gibt es bei den meisten Kindern, die von Enuresis betroffen sind keine medizinische Ursache – sei es körperlich oder psychisch. Vorwürfe an die Eltern sind also unangebracht. Auch Selbstvorwürfe der Eltern sind nicht zielführend.

 

Medikamente sind der falsche Weg

Medikamente, einschließlich Globuli und anderer Heilkräuteressenzen, sollten auf keinen Fall zur Anwendung kommen. Ohne eine zweifelsfrei festgestellte medizinische Ursache muss man von solchen Maßnahmen absehen. Denn ein Entwicklungsschritt des Menschen lässt sich nicht mit Medikamenten erzwingen. Eine solche Maßnahme setzt das Kind unter Druck, weil es vermittelt bekommt, es sei krank und müsse gesund werden. Medikamente jeglicher Art sind hier der falsche Weg!

 

Windel - und sonst abwarten

Das einzig richtige was die Eltern machen können ist nichts zu tun. So paradox es auch klingt. Aber nichts unternehmen wird hier schneller zum Ziel führen, als wenn man die Ärzte- oder Heilpraktikerodyssee weiterführt.

Eltern können es dem Kind jedoch trotzdem erleichtern – z.B. mit Hilfe von Windeln oder Windelpants. Sie sind Hygienischer, als wenn es ins Bett oder in die Hose geht. Und es ist weniger unangenehm für das betroffene Kind. Eine Windel wird gewechselt, und dann ist die Sache erledigt. Ohne viel Gerede und Aufwand.

 

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